Skip Navigation Links.


Häufig gestellte Fragen


1. Worin besteht der Nutzen des Indoor-Fishfarmings?

Lebendfrischen Seefisch gibt es nur an den Küsten z. B. direkt vom Kutter.
Wirklich frischen Fisch im Binnenland gibt es nur vom Binnenfischer oder
aus Teichzuchten,
wo sie aber sehr langsam wachsen, weil sie z. B. die
Winterkälte nicht mögen.
Jeder andere Fischeinkauf ist mit Frischeproblemen
behaftet, die vom langen Transport oder von der Lagerung herrühren.
Daher sind Indoor-Fischfarmen sinnvoll, weil die Fische darin drei- bis viermal
schneller wachsen als im Freien. Zudem ermöglichen sie eine kontrollierte
Aufzucht aller gängigen Arten. Insofern sind sie der "Kutter vor der Haustür"
oder etwas sachlich formuliert ein "Rohwaren-Vorratssystem für lebendfrische
Fische
" - somit die Urproduktion von Wasserlebewesen.

Endverbraucher wollen heutzutage aber keine "Urprodukte" sondern
küchenfertige Lebensmittel. Daher müssen Fische zu verzehrfertigen
Erzeugnissen verarbeitet werden - mindestens jedoch zu Filets. Die
Verarbeitungsvielfalt bei Fischen ist nahezu unbegrenzt. Fischrohware im
Urzustand wird nur von einzelnen Verbrauchern oder Gastronomen geschätzt.

Insofern spielt die reine Technik von Fischzuchtanlagen nur eine sekundäre
ökonomische Rolle. Der primäre wirtschaftliche Nutzen liegt allein in der
Weiterverarbeitung und Direktvermarktung der lebendfrischen Fischprodukte.
 


2. Welche Mengen sind rentabel?

Die produzierbare Menge Fisch ist abhängig von der Fischart, der Besatzdichte, dem Mastzyklus, den Ernteperioden, dem produktiven Wasservolumen sowie der
Klärleistung. Beispiele finden Sie unter dem Link "Consulting/Wirtschaftlichkeit".
Insofern ist die 
Rentabilität einer Fischfarm abhängig von einer 
nachfrageorientierten Verarbeitung der Fischprodukte und einem optimalen Marketingkonzept. Insofern kann die Rentabilitätsfrage nicht allgemeingültig
sondern nur individuell beantwortet werden. Wir empfehlen den Großteil der Fischerzeugnisse direkt an Endverbraucher sowie Gastronomie und Hotellerie
zu verkaufen; der Rest kann indirekt über den Fachgroß- und Einzelhandel
abgesetzt werden. 

Bisweilen ist vernehmbar, dass bestimmte Fischarten innerhalb einer Region
vollkommen unbekannt sind. Genau das aber ist eine hervorragende
Ausgangssituation für ein Direktmarketing, wo es immer heißt:

Neue Angebote induzieren neue Märkte!


3. Wie hoch ist der tägliche Arbeitsaufwand?

Beim Betrieb von Einzelsystemen besteht der tägliche Arbeitsaufwand
hauptsächlich aus Kontroll-, Reinigungs- und Fütterungsarbeiten.
Insofern beträgt der Arbeitsaufwand im Durchschnitt nur wenige Minuten
und kann in Form eines Nebenbetriebes durchgeführt werden.

Beim Betrieb einer kompletten Fischfarm ist das verständlicherweise anders.
Je nach Größe und Auslegung der Farm - ob mit oder ohne Verarbeitung und
Vermarktung - ist das ein "Fulltime-Job".


4. Wie starte ich ins Fishfarming?

Die Startkonfiguration umfasst mindestens ein oder zwei Becken
(J 6 oder M19). Damit kann man alle Phasen der Fischproduktion
realisieren: Bei einem Becken werden zwei Netzkäfige eingesetzt, eins
für die Setzlinge und eins für die Jungfische.
Sind die Jungfische mastreif,
kommen sie in den Zuchtbereich ohne Netzkäfig. Ideal ist jedoch die
Kombination S2, J6 und M19. 


5. Wie viel Platz benötige ich zum Starten?

Hierfür reicht eine Räumlichkeit von mindestens 50 m²; davon 30 m² für die
Produktion und 20 m² für die Verarbeitung. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass
neben der Produktion noch ein kleines Becken Platz haben muss, worin die
produzierten Fische 4 bis 5 Tage ausnüchtern müssen, damit ihr Fleisch nicht
nach Fischfutter schmeckt. Zudem ist es sinnvoll, wenn ein separater Raum
zur Installation des Gebläses vorhanden ist. Der Raumbedarf größerer Systeme
wird am besten individuell mit einer Aufstellungsplanung ermittelt.


6. Welche bauseitigen Vorbereitungen sind nötig?

6.1 Wasserversorgung

Die Frischwasserversorgung soll zentral erfolgen, d. h. aus einem Leitungsnetz (Trinkwasser), einer Quelle oder einem Brunnen. Eine Wasseranalyse ist in jedem
Fall anzuraten. Eine Gasübersättigung durch CO2, wie sie bei Quell-, Brunnenwasser
oder bei herkömmlichen Kreislaufsystemen vorkommt, ist beim IRAS-System nicht
möglich, weil das giftige CO2 mit der Nitrifikationsbelüftung "herausgestrippt" wird. 

6.2 Abwasserentsorgung

Die aus dem System ausgeleitete "Fischgülle" besteht zum größten Teil aus
Wasser und ist aufgrund ihrer biologischen Zusammensetzung in die Kanalisation
einleitfähig. Ein Ablauf in Systemnähe oder eine entsprechende Sammelstelle ist
vorteilhaft. Bei größeren Anlagen sollte die Fischgülle  gesammelt und auf die
Felder ausgebracht werden. Noch besser ist jedoch deren Verwertung zur
Pflanzenproduktion (s. Aquaponic).

6.3 Heizung

Die Temperierung des Prozesswasser erfolgt i.d.R. durch Koppelung mit der
vorhandenen Zentralheizung über handelsübliche Kunststoff-Wärmetauscher
analog zu einer Fußbodenheizung. Die Temperaturregelung erfolgt über einen
Thermostaten. Bei kleineren Systemen oder im Testfall empfehlen wir eine
handelsübliche elektrische Heizung, die in Baumärkten zu erwerben sind.

6.4 Stromversorgung

Für Pumpen, Gebläse, Trommelfilter oder Flotation wird Strom benötigt.
Gebläse bestehen aus Seitenkanalverdichtern, die sowohl mit Dreh- als 
Wechselstrom betrieben werden können. Die hierzu notwendigen
Empfehlungen erhalten Sie von uns. Wichtig ist, dass das Gebläse aufgrund
seines Geräuschpegels in einem separaten Raum untergebracht ist. Dieser
muss trocken und gut belüftet sein. Ferner muss die Gebläseauslegung
mit dem Luftbedarf übereinstimmen.  

6.5 Versorgungsrohre

Da die Systeme Wasser, Luft und Strom benötigen sind dementsprechende
Leitungen zu verlegen, am besten direkt an die jeweiligen Aufzuchtbecken.
Jede Versorgungseinheit sollte mit einem oder mehreren Ventilen bzw.
Absperrmöglichkeiten versehen sein. Der Rohrquerschnitt muss ebenfalls
dem Bedarf der jeweiligen Komponenten entsprechen.

6.6 Isolation und Raumklima

Räume müssen so isoliert sein, dass möglichst wenig Wärme nach draußen
dringen kann. Bei alten Gebäuden wird dies durch die Mauerwerksdimensionierung
erreicht; moderne Gebäude bedürfen einer Isolation. Bei einigen Fischarten beträgt
die Wassertemperatur um die 25 Grad und die Lufttemperatur um die 22 Grad.
Durch diese Temperaturdifferenz entsteht Kondenswasser, was mit entsprechender
Be- und Entlüftung vermieden werden kann. Letztere ist auch notwendig, um den
vermehrt auftretenden Luftstickstoff aus der Produktion in die Atmosphäre abzuleiten.

6.7 Verarbeitungsbereich

Die Grundverarbeitung bei Fischen besteht im Filetieren sowie im Räuchern.
Daneben existiert eine Vielzahl von Verarbeitungsmöglichkeiten wie Marinaden,
Suppen und Pasteten.

6.8 Rechtliche Voraussetzungen

Bauseitig ist der Testbetrieb von einem gewerblichen Betrieb zu unterscheiden.
Beim Testbetrieb wird keine baurechtliche Genehmigung gefordert, wohingegen
beim gewerblichen Betrieb sämtliche gesetzlichen Vorschriften wie EG-Normen
und insbesondere Hygienevorschriften zu berücksichtigen sind.


7. Wer liefert Setzlinge und Futter?

Der Startbesatz sowie das dazu notwendige Futter kann über uns bezogen
werden. In der Folge kann sich jeder Betreiber seine eigene Beschaffungsquellen
hierfür aussuchen. Hierfür sprechen wir Empfehlungen aus.


8. Welche Umweltrisiken gibt es?

Keine. Das System verursacht aber folgende Emissionen:

a) stickstoff- und phosphorhaltiges Abwasser (einleitfähig)
b) in die Atmosphäre entweichender Luftstickstoff
c) Fischabfälle durch Verarbeitung (Biomüll)


9. Welche Krankheitsrisiken bestehen?

Krankheitserreger gibt es in allen Ökosystemen. Wenn die Wasserparameter
und das Futter nicht stimmen und die Besatzdichte zu hoch ist, kann es zu
Krankheiten kommen. Das Krankheitsrisiko beim Fisch lässt sich durch eine
optimale Wasser- und Futterqualität sowie umsichtigen Besatzeinkauf (nur
aus Zuchtbetrieben) nahezu vermeiden.


10. Wird genmanipuliertes Futter eingesetzt?

Nein. Seit der Novellierung der Futtermittelverordnung sind sehr strenge
Maßstäbe an die Zusammensetzung des Futters gesetzt. Beimengung von
Tiermehl und -blut aus Tierkörperbeseitigungsanstalten oder von
genmanipulierten Erzeugnissen sind verboten.
 


11. Wie steht es um die "Ökobilanz"?

Pflanzen fressende Fische machen im Hinblick auf die Ökobilanz keine
Probleme. Bei den Fleisch fressenden - d. h. andere Fischarten fressende -
Fischen werden die zu Fischmehl verarbeitet, um damit eine Fischaufzucht
zu ermöglichen. Das ist schlecht für die Ökobilanz, weil natürliche Ressourcen
angegriffen werden, um andere Arten zu produzieren. Die Verarbeitung von
„minderwertigem“ - wirtschaftlich nicht interessantem - Fisch zu Fischfutter
sowie der Beifang aus der Hochseefischerei, stellt ein Eingriff in das Ökosystem
dar. Daher werden neue Nahrungsquellen wie Algen und Krill (Plankton)
erschlossen, die in fast unendlicher Menge zur Verfügung stehen. D
er negativen
Ökobilanz bei Fleisch fressenden Fischen kann auch dadurch begegnet werden,
indem man pflanzenfressende Arten züchtet und diese an die fleischfressende
Art verfüttert (Shrimps, Tilapia, Karpfen u. ä.). 


12. Inwieweit treffen Negativschlagzeilen zu?

Skandinavische Farmlachse, die in Netzkäfigen gezüchtet und gemästet werden,
erkranken zuweilen an ihrer eigenen Ausscheidung. Diese Lachsfarmen verfügen
nämlich nicht über die Technik der Wasseraufbereitung, die notwendig ist, um
Fischen eine gesunde Umwelt zu ermöglichen. Diese Art der Züchtung ist auch
nicht vergleichbar mit der einer kontrollierten Fischfarm im geschlossenen
Gebäude: Hier gibt es gleich bleibende ideale Lebensbedingungen (Wasserqualität, Sauerstoffversorgung, Futter, Temperatur), so wie sie der Fisch noch nicht einmal
in der Natur vorfindet.


13. Kann man eine Fischfarm besichtigen?

Betreiber von Fischzuchtanlagen sind äußerst zurückhaltend, wenn es um
Besichtigungen geht. Hierfür gibt es nachvollzihebare Gründe: Fremde Besucher
sind für Fische Stress, zudem ein beträchtliches Hygiene- und Infektionsrisiko.
Darüber hinaus geht es auch um die Wahrung von Know-how. Bekanntlich lässt
sich niemand gern "in die Karten sehen". "Besichtigungstourismus" ist
zeitaufwändig und
beeinträchtigt den Geschäftsablauf der Betreiber.
Wirklich e
rnsthaften Kaufinteressenten wird jedoch durch uns eine
Besichtigung ermöglicht.


14. Wie oft und wie viel muss gefüttert werden?

Wie bei den meisten Lebewesen benötigen junge Tiere im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen mehr Futter als ausgewachsene Tiere. Die tägliche Futtermenge
beim Fisch ist 5 % bis 0,8 % vom jeweiligen Gewicht. Es kann manuell und
automatisch (Futterautomat oder -roboter) gefüttert werden. Bei manueller
Fütterung reichen zwei Rationen täglich. 


15. Wie kommen die vorgefertigten Fischzuchtbecken
durch enge Türen?

Wenn enge Türen oder Stützpfeiler vorhanden sind, so ist das für die vorgefertigten Elemente überhaupt kein Problem, weil sie erst an Ort und Stelle montiert, d.h. wie IKEA-Teile zusammengeschraubt werden. 


16. Werden beim Indoor-Fishfarming Chemikalien eingesetzt?

Nein. Würde man nämlich Chemikalien einsetzen, dann würde man die Existenz der Mikroorganismen der biologischen Klärstufen gefährden. Ein Chemikalieneinsatz
würde das gesamte System zum Erliegen bringen. Zum Ausgleich extremer pH-Werte könnte allerdings gelegentlich Salz bzw. Kalk zum Einsatz kommen.


17. Wird der Fischabsatz garantiert?

Nein. Absatzgarantien sind unseriös, weil allein der Markt entscheidet, wieviel zu
welchem Preis abgesetzt wird. Wer kann heute z. B. schon den Preis Fische oder
von Kaviar in 3 oder 5 Jahren wissen? Wir garantieren nur für die Funktionalität
der von uns gelieferten Systeme bei ordnungsgemäßem Gebrauch. Eine darüber
hinaus gehende Garantie, können wir nicht übernehmen, weil die hierzu notwendigen Faktoren wie Betreiber- und Mitarbeiterqualifikation sowie Marketingstrategie von
uns nicht beeinflussbar sind. Unsere Kunden erhalten aber erfolgsorientierte
Empfehlungen, deren Umsetzung jedoch allein dem individuellen Geschick obliegt.
Wer beispielsweise seine Rohware nicht selbst verarbeiten will oder kann, dem
empfehlen wir, sich einer Erzeugergenossenschaft anzuschließen.


18. Wie unterscheidet sich Massentierhaltung und Fishfarming?

Viele Fischarten sind "Schwarmtiere", die sich erst im engen Körperkontakt zu ihren Artgenossen wohl fühlen wie z. B. der Aal, Wels oder Tilapia. Dementsprechend
werden diese Arten in den Aufzuchtbecken auch eng gesetzt. Man spricht dann
von "hoher Besatzdichte". Dagegen gibt es andere Arten wie z. B. Zander oder 
Stör, die vertragen diese Enge nicht, was an Stresssymptomen messbar ist.
Daher werden diese Arten weitläufig - d. h. in "niedriger Besatzdichte" und somit
nur mit wenigen Kilo pro Kubikmeter - gehalten. Fischereiexperten, Fischbiologen
und Fischuniversitäten geben entsprechende  Empfehlungen, an die sich die
Betreiber halten sollen. Bei Einhaltung solcher Empfehlungen ist Indoor-Fishfarming  durchaus "artgerecht".

Würden diese Kriterien auch bei der Geflügel-, Rinder- oder Schweinemast - etwa
durch artgerechten Freilauf - berücksichtigt werden, würde niemand von
"Massentierzucht" sprechen. Die Hühner, Rinder und Schweine würden genau wie
ihre "Geschwister" im Wasser leben. Leider ist das aber oft nicht der Fall. 

Fische in beim Indoor-Farming sind nicht "eingepfercht", fest gebunden und zur Bewegungslosigkeit verdammt. Ihnen stehen Umweltbedingungen wie Sauerstoff,
gute Wasserqualität, gleich bleibende Temperatur, permanente Kontrolle und
hervorragendes Futter zur Verfügung. Über derartige Umweltbedingungen verfügen ihre Artgenossen in freier Natur kaum.

Sie schwimmen allerdings nicht im dahin rauschenden Gebirgsbach, gesäumt von
duftenden Blumen, wilden Sträuchern, Bäumen und zwitschernden Vögeln
, sondern in sauberen, lebensmittelechten Edelstahlbecken. Angesichts der weltweiten Ernährungs-
und Versorgungsprobleme dürfte dieses "Übel" tolerierbar sein. 


19. Warum stellen "Experten" die Wirtschaftlichkeit von Kreislaufanlagen bisweilen in Frage?

Technische Ausrüstungen wie Kreislaufanlagen sind betriebliche Wirtschaftsgüter,
die zunächst oft viel Geld kosten. Ob und inwieweit díese Kosten wieder vom Markt eingenommen werden, ist stets eine Frage des richtigen Absatzkonzeptes. Wie
bereits unter Ziffer 1 beschrieben, hängt die Wirtschaftlichkeit von Kreislaufanlagen 
einzig und allein vom richtigen Marketingkonzept ab. Die meist von Laien so titulierten "Experten" sind i. d. R. Beamte oder Wissenschaftler namhafter Organisationen.  Sie verfügen oft auch über eine Menge an Fachwissen. Allerdings sind sie keine Absatzstrategen oder Marketingspezialisten im Fishfarming.
Hier gilt: "Schuster bleib bei deinem Leisten". 


20. Alte Streitfrage: Was schmeckt besser - Wild- oder Zuchtfisch?

Die Antwort finden Sie hier.

__________________________________________________________________________